Novi Vinodolski

Wir flüchten früh von dem ungemütlichen Platz in Zadar und halten an der Landstraße, zwischen Sportplatz und Friedhof, um erstmal in Ruhe zu frühstücken.

Und weiter geht es, auf der vertrauten D8, zu unserem heutigen Ziel.

Der Bogen auf dem Bild hat uns erstaunt, und es hat einige Recherche gebraucht, herauszufunden, dass es früher wohl hier eine Seilbahn zum Holztransport gab und der Bogen dazu da war, zu verhindern, dass Holzteile auf Autos fallen.

Nach den durchwachsenen Kritiken waren wir ein wenig reserviert was den Platz angeht, fühlen uns aber direkt so wohl, dass wir beschließen, zwei Tage zu bleiben.

Am nächsten Morgen geht zunächst ein heftiges Gewitter nieder, wir holen in Sturm und Regen unsere Markise ein, hatten das Wetter unterschätzt. Danach regnet es sich fest und wir machen einen Faulenzertag.

Überall am Strand stehen nachgebaute Ausgucktürme. Wir lernen, dass hier früher Thunfisch gefangen wurde und auf den Türmen Fischer standen, die Alarm gaben, wenn ein Thunfischschwarm zu sehen war – in dem glasklaren Wasser wohl gut machbar.

Am Abend ist das Regengebiet vorbei, und überraschend reicht es doch noch, einmal kurz im Meer zu baden und abends draußen zu essen – ein schöner Abschluss.

Der Platz kam knapp 30€ pro Nacht, wieder ohne Strom, der war uns keine 8€ wert.

Wir haben für 176km 3:20 gebraucht, die schnellste Etappe seit langem.

Zadar

Heute nur eine kurze Etappe, wir wollen uns nun doch einmal eine kroatische Stadt ansehen, haben daher einen Stadtplatz im 30km entfernten Zadar. Also rauf auf die Fähre – nein, doch nicht, sie ist schon voll und wir müssen eine Stunde auf die nächste warten.

Das mit dem Platz klappt gerade noch so, der Besitzer hat uns den allerletzten Platz freigehalten. Sehr eng, aber egal, ist ja nur für eine Nacht. Bei brütender Hitze machen wir uns stadtfein und zu Fuß auf dem Weg in die Stadt. Die Roller zu benutzen hatte uns der Vermieter ausgeredet – ein Fehler, wie wir noch merken werden. Aber erstmal schlendern wir durch die Stadt – und sind enttäuscht. Wenige alte Gebäude, viele baufällig, vieles geschlossen. Plattenbauten in zweifelhaftem Zustand, alles irgendwie ungepflegt. So, als ob sich keiner so richtig kümmert. Dennoch kommen irgendwie alle. Die Leute mit den Luxusyachten genauso wie die Durchschnittstouristen, die ganz entspannt 25€ für ein allenfalls durchschnittliches Nudelgericht hinlegen.

Aber wir finden immer mal wieder lauschige Ecken und die Meeresorgel ist sehr nett.

Leider verkraften Andreas Füße die Lauferei in den schicken Schuhen nicht gut, ein Noteinkauf beim dm (natürlich gibt es den) schafft Abhilfe. So kommen wir einigermaßen durch den Abend. Am spannendsten sind tatsächlich die Geschäfte und ein kleiner Markt, in dem wir ein Bild und anderen Kram kaufen.

Im Eisladen kaufen wir jede drei Kugeln Eis zu 2€. Ist halt teuer, denken wir. Tatsächlich bekommen wir aber nun von jeder Sorte zwei Kugeln und haben evtl. ein winziges bisschen Mühe, das aufzuessen 😉 Wir lecken in einem Hauseingang, und anscheinend hätte der gar nicht auf sein sollen, jedenfalls ermahnt uns ein Verwaltungsmensch, die Tür bitte zuzuziehen – nachdem wir zu Ende gelutscht haben, natürlich.

Nachdem wir lange dem Sonnenuntergang zugesehen haben – anscheinend eine Attraktion, zu der sich viele Menschen einfanden – machte sich dann doch ein Hüngerchen breit. Nach einiger Suche fanden wir tatsächlich ein lauschiges, kleines Restaurant mit zivilen Preisen.

Sehr satt und beschwipst machen wir uns auf den Heimweg, froh darüber, unsere Füße hochlegen zu dürfen.

Der Platz hat 25€ gekostet, all inclusive. Für die Lage eine sehr vernünftiger Preis.

Weil wir eine ganze Stunde auf die Fähre gewartet haben, hat die 30km lange Tour leider 90 Minuten gedauert 😉

Pašman

Heute wollen wir zu einem FKK-Platz auf der Insel Pašman. Also noch mehr Küstenstraße, tolle Ausblicke, außer einem langen Stau vor Split kommen wir gut voran.

Eigentlich wollten wir unterwegs eine der schönen Städte besichtigen, Makarska oder Split, aber es gibt nirgends Parkplätze, so sind wir weitergefahren.

Der Platz ist schön und gemütlich, und wir haben es nicht weit zum Meer. Wir bestaunen andere Camper, die offensichtlich regelmäßig hierherkommen und gefühlt alle kennen. Weil Anne erkältet ist, fällt das Abendprogramm klein aus, aber immerhin schaffen wir es kurz ins Wasser.

Am nächsten Tag gibt es nochmal Baden auf Sparflamme und einen Ausflug mit den Rollern, zum Kloster Ćokovac. Das ist eine ganz kleine Benediktinerabtei ganz oben auf einem Berg. Staunend erfahren wir, dass die Abtei seit 1960 wieder in Betrieb ist, also mitten im Kommunismus wiedereröffnet wurde. Anscheinend war es so klein und abgelegen, dass niemand etwas dagegen hatte.

Abends grillen wir die in Montenegro gekauften Fische und machen uns einen ruhigen Abend.

Am dritten Tag ist nun auch Andrea erkältet, tja. Aber wir machen das beste daraus. Außer schlafen und baden gibt es wieder einen Rollerausflug. Eigentlich wollten wir zum Leuchtturm, aber die Roller schaffen die irre Steigung nicht und die Fahrerinnen auch nicht. Also gurken wir ein wenig über abgelegene Wege, schauen über die Rückseite der Insel auf des dahinter liegende Inselparadies und nehmen einen Drink im Seglerhafen in der Zaklopica-Bucht.

Am Abend schon wieder grillen, diesmal gibt es albanisches Fleisch, das wir illegal in die EU eingeführt haben 😉

Am letzten Tag noch einmal ausführlich baden und faulenzen. Wir kommen beide langsam wieder auf die Beine, da macht das mehr Spaß.

Und wir backen Muffins. Die Muffinform für den Omnia muss schließlich ausprobiert werden, und auch der Akkuschrauber mit dem Quirl kommt zum Einsatz. Das klappt richtig gut, also gibt es selbstgebackene Muffins zum Kaffee.

Bezahlt haben wir für den Platz gut 130€, also so um die 33€ pro Tag, ohne Strom – die 9€ extra je Tag empfanden wir als so teuer, dass wir verzichtet haben. Dazu kommen noch einmal 60€ für die Fähre, insgesamt also kein günstiges Vergnügen.

Für die 202 km haben wir, durch den Stau, 4,5 Stunden gebraucht.

Drvenik

Heute ist Fahrtag: übermorgen haben wir einen Platz auf Pasman reserviert, da müssen wir erst einmal hin. Also fahren wir den ganzen Tag die kroatische Küste entlang (inclusive einem Abstecher nach Budva, wo Anne Kindheitserinnerungen hat), was wirklich eine Menge Spaß macht – und wenig Lust, anzuhalten, es ist einfach alles viel zu voll. Leider verlieren wir viel Zeit, fast 90 Minuten, an der kroatischen Grenze, und so ist es schon sehr spät, als wir in der Zielregion eintreffen. Fast alle Plätze sind voll oder zu, oder die Zufahrt ist so steil, dass wir uns das nicht geben wollen. Aber wir haben Glück und finden einen netten Platz mit Lokal und kleinem Strand. Beim Abendessen dort können wir uns dann auch schon einmal an die kroatischen Preise gewöhnen, die doch deutlich über denen in Montenegro liegen.

25€ haben wir bezahlt, ohne Strom.

Für die 241km haben wir fast sechs Stunden reine Fahrzeit gebraucht.

Buljarica (Petrovac)

So, auf geht’s, zurück nach Montenegro. Die Nacht war warm und windig, ständig bellte irgendwo ein Hund, so sind wir ganz schön gerädert, als wir uns auf den Weg nach Montenegro machen. Heute wollen wir Stari Bar besuchen, ein Ort, mit dem Anne eine alte Rechnung offen hat – lange Geschichte.

Die Fahrt ist spannend, das Navi schickt uns über kleine Nebenstraßen, so kommen uns die wenigen Kilometer wie eine weite Reise vor.

Stari Bar selber ist eine Ruine und ein unfassbarer Touristenhotspot – die echte Welt in Form von Kreuzfahrtschiffen unten im Hafen hat uns wieder. Aber die Aussicht ist toll und die Lage auch, wenn man es erst einmal nach oben geschafft hat.

Weiter geht’s zu unserem heutigen Stellplatz. Wir erholen uns erstmal, bevor wir am öffentlichen Strand baden gehen (sehr voll, sehr laut) und Plätze für die nächsten Tage suchen (schwierig). Aber grillen und bei Sturmböen draußen sitzen ist ja auch ganz nett. Nein, Scherz beiseite, wir vermuten, dass dass die Ausläufer des Wetters sind, das gerade in Griechenland und Bulgarien für Extremwetterlagen sorgt. Ansonsten schauen wir Katzen und wilden Schildkröten zu, das ist spannend.

Der Platz hat 20€ gekostet, ohne Strom.

Für die gerade einmal 67km haben wir 2:16 gebraucht.

Shkodër 2. Anlauf

So, da sind wir wieder. Wie schon angedacht, wollen wir uns Shkodër noch einmal ansehen, bevor wir Albanien verlassen.

Wir bestaunen Riesenbauten in Tirana, quälen uns durch endlose, lange Staus, kaufen unterwegs Lebensmittel bei einem Biomarkt (ja, das gibt es, wir haben auch sparsam geschaut), dann sind wir da auf dem Platz, mit allerlei Tieren. Trotz viel Wind ist es hier endlich mal ruhig. Es gibt sogar einen richtigen Pool.

Tirana

…oder Tiranë, wie die Albaner sagen, liegt ja zwischen Bergen, ein bisschen wie Sarajevo, und darum ist aus unserem Lieblingsplatz leider nix geworden: die letzten hundert Meter waren uns einfach zu steil, keine von uns wollte da hoch, also sind wir quer durch die Stadt ans andere Ende zum Ausweichplatz gefahren.

Radhimë

In der Nacht hat es derbe geschüttet, unsere Wetter-Apps sagen auch für die nächsten Tage weiter Regen voraus. Also Planänderung, ab nach Süden, erstmal baden fahren. Das passt gut, weil Annes Bauch nach einer Apotheke verlangt und wir auch endlich mal albanische Leke bräuchten. Auf geht’s!

Shkodër

Wir verlassen den gastfreundlichen Platz am Fluss und machen uns auf den Weg nach Albanien. Aber erstmal Lebensmittel auffüllen, in einem winzigen, unfassbar vollen, Laden, dem einzigen weit und breit. Und weil alle Wohnmobileute das selbe Problem haben, treffen wie die Nachbarn vom Platz eben allesamt dort wieder 😉

Plužine

Nur eine kurze Etappe, gerade mal 150km, zu unserem nächsten Ziel, diesmal in Montenegro. Sehr anstrengende Kilometer allerdings, weil es über Serpentinen auf Berge und wieder herunter geht und die letzten 30km der Straße auf bosnischer Seite extrem eng und in sehr schlechtem Zustand sind, gleichzeitig sehr befahren.

Kurz vor der Grenze begegnen wir immer mehr Rafting Camps, und als wir dann an der Grenze über die Tara fahren, sehen wir sie: Rafter, zu hunderten, wie am Fließband.

Kaum in Montenegro eingereist, wird die Straße schlagartig besser, immer noch anspruchsvoll zu fahren aber machbar. Bald schon fahren wir am Pivsko Jezero entlang, einem großen Stausee, an dem unser heutiges Ziel liegt.

Auf diesem Platz treffen wir das erste mal in diesem Urlaub auf größere Mengen an deutschen Urlaubern. Es ist ganz nett, sich mal unterhalten zu können, aber auch ein Vorzeichen für küstennähere Plätze, die bald kommen werden.

Am zweiten Tag ist Ruhe angesagt. Erstmal lecker Frühstücken gehen, dann trödeln. Hier verpasst man nichts, und wenn wir nicht gerade mit Nachbarn quatschen oder im eiskalten Flüsschen plantschen, ist Haushalt dran, mal wieder saugen, Wäsche waschen. Und faulenzen, ganz wichtig.

Am Nachmittag zieht überraschend ein Gewitter durch und bringt willkommene Abkühlung.

Am Abend gönnen wir uns Wein in der Bar – und Kirschlikör, von der Mutter des Betreibers persönlich hergestellt, sehr nett. Und sehr günstig.

Am dritten Tag gehen wir ein wenig wandern – nur ein wenig, es ist immer noch sehr heiß und es geht steil den Berg hoch. Wir wollen zum Wasserfall der Vrbnica, aber nur Anne schafft es da hin, für Andreas Bein wäre das zu viel gewesen.

Eigentlich wollten wir auch noch entlang des Flussbetts zum See, aber weil der See sehr wenig Wasser hat, wäre das einfach zu weit und zu anstrengend geworden. Spannend war es trotzdem, durch diese Mondlandschaft aus Steinen zu laufen – und schön kalt und nass.

Diesmal haben wir uns Strom gegönnt, weil wir die Roller laden wollten. Das machte dann 23€ pro Nacht. Wäsche waschen kam 4€ und es wurde sogar für uns gemacht.

Für die 148km haben wir gut vier Stunden gebraucht…kein Wunder.

Morgen geht es weiter ins Flachland nach Albanien, darauf freuen wir uns.