Fahrtag heute. Wir fahren den Brenner hoch und runter, mautfrei den Rest der Strecke nach Deutschland und freuen uns übers Winterwunderland in den Alpen und dem bayerischen Voralpenland. Es ist hölle kalt, und als wir im nördlichen Franken ankommen, ist alles zugezogen. So fällt der Ausflug in den Ort aus und wir machen es uns drinnen kuschelig nach einem langen, schönen Tag.
Unser Versuch, unterwegs eine Gasflasche am Automaten zu wechseln, war leider nicht von Erfolg gekrönt – nach den vielen Feiertagen war die Maschine anscheinend leer. Nun hoffen wir, dass die italienische Buddel die Nacht überlebt.
Es ist noch früh, als wir vom Platz losfahren. Draußen sind einstellige Temperaturen, im Donautal herrscht dichter Nebel. Herbst in Deutschland. Die Tour ist langweilig, wir folgen der A3 bis nach Nürnberg, einzige Abwechslung ist die Entsorgung – die hatte der Privatplatz nun nicht.
Der Platz in Nürnberg ist kostenlos – ein toller Service der Stadt. Dafür gibt es nichts außer einer Parkfläche, aber mehr brauchen wir auch nicht.
MorgennebelDas erste mal mit HeizungAngekommen
Weil wir so früh da sind, wird nochmal geputzt, vermutlich das letzte mal. Und wir besuchen den Marienbergpark und schauen den gemeinen Nürnbergern bei ihrer Sonntagsbeschäftigung zu. Kaffee und Kuchen bekommen wir auch, könnte schlechter laufen.
Fleisch verbrennen
Abends gibt es mal wieder Omnia-Essen, Herbst halt.
Am nächsten Morgen dann in die Stadt. Wir kennen Nürnberg beide nicht und haben bewusst wenig vorbereitet, daher ist es ein wenig Überraschung. Also rein in die Stadt und uns inspirieren lassen.
Brötchen holen in der MorgensonneNeptunbrunnen im StadtparkTourizone am HauptmarktAn der PegnitzDie HenkerbrückeDer KettenstegDürerhausBurggarten
Wir sind neugierig auf die Führung durch die Felsenkeller, also runter ins feuchte, kühle:
Bombenmahnung am EinstuegBierbrandlagerDas Bierbrauer-Hexagramm am HausBrennereiBrauereiWhiskylager
Sehr beeindruckend war das, und wir erholen uns bei Eis und Sonne, schauen noch hier und da und machen uns dann auf den Weg zum Reichsparteitagsgeände.
Die Kirche St. Sebald
Das Parteitagsgelände ist außerhalb und einigermaßen verfallen. Irgendwie haben wir uns das beeindruckender vorgestellt, man braucht viel Fantasie, sich die irre Gigantomanie vorzustellen, mit der die Nationalsozialisten hier ein Machtzentrum hochziehen wollten.
Das ParteitagsgeländeDie große StraßeZeppelintribüneZeppelinplatz
Danach haben wir genug, haben viel gesehen, viel gelernt und sind ganz schön platt. Auf nach hause, ein bisschen in der Sonne sitzen und die müden Füße ausruhen.
Abends geht es zum Griechen ums Eck, ein angenehmer Abschluss eines anstrengenden, aber schönen Tages mit vielen Eindrücken.
Der Platz am Marienbergpark war kostenlos, ein toller Service der Stadt Nürnberg!
Eigentlich wollten wir heute nach Berchtesgaden, aber es waren über fünfzig mm Regen angesagt, das klang irgendwie abschreckend. Also auf in den Bayerischen Wald. In diesem Ort ist Annes Papa groß geworden, also auch eine Art Erinnerungsort.
Einmal quer durch Österreich, wenn auch an seiner schmalsten Stelle, herunter vom Reschen- und über den Fernpass. Ein tolles Erlebnis, hat uns sehr gut gefallen – am Wochenende oder im Sommer ist es aber vermutlich sehr, sehr überlaufen.
Der junge InnZugspitzblickÄäh…was?
Dann geht alles schnell: rein nach Deutschland, ab nach Würzburg, die Strecke ist geradeaus und langweilig. Leider sind wir zu spät dran, der Platz ist schon voll. So kommen wir also zu unserer ersten Freistehnacht in diesem Urlaub – zusammen mit einem anderen Bus stehen wir an der Straße vor dem Stellplatz.
Kann man ja auch mal machen
Aber auch am nächsten Morgen finden wir keinen Platz, es ist starker Andrang und wenig Platz. Kurz entschlossen wechseln wir nach Randersacker auf den Platz beim Weingut. Da stehen wir ganz alleine im Grünen und Wein gab es auch.
Also steht der Tour in die Stadt nichts mehr im Weg. Auf geht’s!
Voll mit Eindrücken von einer schönen Stadt kommen wir zurück zu Womie, abends gehen wir noch mit einer Freundin in Randersacker essen – ein schöner Tag.
Wir haben noch einen Besuch zu machen, und so erreichen wir nach einem Übernachtungsstopp in Würzburg Kempten, bei Hitze und strahlendem Sonnenschein genießen wir die kleine Stadt im Allgäu. Da ist gerade eine Art Gewerbeschau, es gibt Oldtimer zu sehen und natürlich auch ein bissche Bayern-Feeling zu schnuppern.
Das Leben ist ja das, was passiert, wenn man eigentlich was anderes vorhatte. Nachdem wir also vorher allen erzählt hatten, wie sehr wir uns auf Slowenien freuen, waren die Wetteraussichten so nasskalt-abweisend, dass wir uns das irgendwie nicht mehr vorstellen mochten. Also doch nochmal Italien, ab ins Warme. Nachdem wir uns, das Auto und den Hund beim letzten Mal doch ziemich überfordert hatten, wollten wir es diesmal etwas geschickter angehen. Wir sind also schon am Freitag Abend los nach Gardelegen, gleich am Anfang von Sachsen-Anhalt und standen dort auf dem neuen Platz der Lebenshilfe, der sehr zu empfehlen ist.
Gardelegen haben wir uns nicht angesehen (obwohl das sicher zu empfehlen wäre), statt dessen waren wir bei einem für die Region typischen Laden (sprich, beim Rewe 😉 ) frühstücken und machten uns dann auf die Piste, ab durch Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen nach Bayern, wo wir in der Nähe von Nürnberg Freunde besucht haben. Das war natürlich besonders schön und lecker bayerisches Essen gab’s auch, danke auf diesem Weg noch einmal!
Mittagspause mit Blick auf Suhl
So gestärkt ging es am nächsten Morgen wieder los, über Garmisch und Mittenwald zum Brenner.
Die berühmtie Schanze in Garmisch
Der war derbe verstopft, aber wir haben uns tapfer durchgestaut und verbrachten die Nacht in Sabbionara, einem Tip von meinem Fruend Ben folgend. Das örtliche Ristorante hatte einen sehr netten Wohnmobilstellplatz, der kostenlos ist, wenn man da isst. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen. Speisekarte gab es natürlich nicht, aber der Wirt versicherte uns, er könne alles, was wir uns je vorstellen könnten. Gelandet sind wir dann bei einer Piatta Mista, die aus allem möglichen bestand, von Vitello Tonnato über eine Pilzpaste, die uns nichts sagte und sehr interessant schmeckte, Hirschgulasch usw. usw. – wir hätten so gerne noch den Nachtisch bestellt, aber da mussten wir einfach aufgeben.
Am nächsten Morgen nochmal schnell den Ort anschauen, und ab auf die Piste, das Latium wartet…
Wir waren erst um 2 im Bett, daher lassen wir es ruhig angehen. Banger Test, ob der Anlasser Lust hat. Hat er. Also erst mal Semmeln kaufen, in Ruhe frühstücken und bloß keinen Stress, wir haben ja Urlaub.
Das Wetter in Mittenwald ist nicht so, dass man lange bleiben oder irgendwas anschauen will, also auf geht’s nach Österreich.
Mittenwald. An sich sind die Alpen ja bestimmt schön.
Weit kommen wir allerdings nicht, an der Tankstelle kurz vor der österreichischen Grenze, wo wir tanken und ein Pickerl kaufen wollen, streikt der Anlasser erneut. Hektisches telefonieren mit dem ADAC, blanke Verzweiflung, auf einmal geht er wieder. Das lassen wir uns nicht zwei mal sagen, und sehen zu, dass wir das weite suchen. Tanken bei laufendem Motor in Österreich und sehen zu, dass wir aus dem Regenland rauskommen. Auch in Südtirol schüttet es wie aus Eimern, die Autobahn ist rappelvoll, also nehmen wir in Italien die Brennerlandstraße und schaukeln lustig Richtung Gardasee.
Südtirol. Bei Sonne bestimmt schöner.
In Riva an der Nordspitze angekommen, haben wir allerdings kein Glück – alles ausgebucht, denn am Wochenende sind die Italiener da. Wir fahren weiter und enden schließlich in Campione, ein improvisierter Platz auf einer Industriebrache, gefällt uns gut da. Wir bleiben. Gehen sehr lecker (und teuer) Essen bei Guido und sind langsam wieder versöhnt mit dem Urlaub. Das Problem mit dem Anlasser verschieben wir erst mal, italienische Gelassenheit oder so.
Viel gibt es nicht zu erzählen: Strecke machen, wir wollten in einem Rutsch an die österreichische Grenze. Das hat auch fast geklappt, bis auf die Tatsache, dass wir in Mittenwald mal eben den Motor ausmachten, um den Stellplatz zu suchen und dann der Anlasser nicht mehr wollte. Womie ist halt ein älterer Herr, und hat so seine Gebrechen. Das brachte uns die Bekanntschaft eines extrem schlecht gelaunten und nicht wirklich nüchternen ADAC-Franchisers ein, aber sei’s drum.
Das Foto ist von einem kleinen Zwischenstopp in Halle an der Saale, wirklich ein nettes Örtchen, wären da nicht massenweise Wahlplakate von AfD und NPD, wir haben noch nie so viele davon auf einem Haufen gesehen…