Gibraltar

Nach Gibraltar zu fahren muss ja irgendwie sein, wenn man schon mal hier ist. Auch Gibraltar ist ein Erinnerungsort, wo wir vor vielen Jahren mit Annes Tochter waren. Aber der Reihe nach. Zuerst einmal fahren wir nach Hässliches-Gewerbegebiet-in-der-Nähe-von-Algeciras. Da gibt es nämlich einen spanischen Rossmann, der original wie in Deutschland ist (inklusive deutscher Beschriftung auf den Produkten, Einkaufswagen usw.). Da gibt es Zahnpasta für Andrea und Gesichtscreme für Anne – besser ist das. Und wir halten an der örtlichen Mercedes-Werkstatt, den Reifendruck prüfen. Die LKW-Werkstatt schiebt uns dazwischen und Geld wollen sie auch keins. Das ist mal Service. Schnell noch ein paar Lebensmittel einkaufen und weiter nach La Linea de la Concepción, unserem heutigen Ziel.

Málaga

Also zurück nach Spanien. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Chaotische Zustände sollten herrschen, wie man in Videos wie diesem sieht. Nachdem aber von “unserem” Platz die Rückmeldung kam, dort sei alles in Ordnung, haben wir es gewagt. Schließlich wollen wir nicht die Stadt anschauen, sondern ein Tennismatch schauen, für das wir Karten haben. Unterwegs sieht man hier und da die Reste von reißenden Flüssen, die sonst allenfalls Rinnsale sind.

Málaga

Heute ist die letzte Tour dran, zu unserem ersten Langeitplatz. Vierzehn Tage habe wir vorreserviert. Die Fahrt durch weite Täler voller Plantagen bekommt dadurch Würze, dass wir vergeblich versuchen, den Anleitungen aus dem Internet folgend, eine Gasagentur zu finden, die am Sonnabend geöffnet hat. Schließlich geben wir auf, bekommen aber Medikamente für Annes Hitzeallergie. Es ist so warm im Auto, dass sie sogar an den Fesseln Ausschlag hat.

Poreč

Morgens haben wir Besuch am Platz. Der große Hund ist aber ganz gemütlich und trollt sich irgendwann.

Die kurze Fahrt nach Poreč ist nicht so spannend, insbesondere bietet sich nirgends eine Gelegenheit, den “Limfjord” aus der Nähe zu sehen.

Am Nachmittag ziehen wir los, die Gegend erkunden und das Hotel suchen, wo Andrea früher mit ihren Eltern war. Tatsächlich finden wir es.

Am nächsten Tag gucken wir uns (nach der üblichen Baderunde) den kleinen Ort Funtana an, der, trotz der riesigen Campingplätze außen herum, erstaunlich untouristisch und wie aus der Zeit gefallen wirkt. Es gibt auch ein kleines Weingut, und natürlich kaufen wir von dem unfassbar günstigen Wein. In einer netten kleinen Bar sitzen wir ganz allein und sehr lauschig.

Bei einem kleinen Einkauf im Riesen-Plodine, wo wirklich nur deutsche einkaufen, bestaunen wir das Pfand-Procedere: man klingelt, es kommt jemand angelaufen, zählt die Pfandflaschen und schreibt einen handgeschriebenen Pfandbon.

Zum Abendessen gehen wir in ein kleines, altmodisches Restaurant, es gibt sie noch. Betrieben wird es von einem Nordmazedonier, der die meiste Zeit des Jahres, natürlich, in Gummersbach lebt.

Am dritten Tag ist es bedeckt, so fällt der Ausflug zum großen Strand nach Poreč aus. Abgebadet werden muss aber schon, und endlich mal wieder ausführlich im Auto duschen, denn heute Abend soll es nach Poreč gehen, nochmal richtig einen auf Touri machen. Auch hier eine Abschiedsrunde, denn morgen geht es nach Österreich, und der Sommer verabschiedet sich auch. Wir essen sehr lecker zu Abend – Pizza, denn die gibt es hier überall und sie ist sehr lecker. Satt und zufrieden zischen wir mit den Rollern durch die Nacht zurück zum Platz.

Für die ADAC-Mitgliedschaft gab’s ein bisschen Rabatt, so haben wir incl. Strom etwa 22€ pro Nacht bezahlt.

Die 30km haben eine gute halbe Stunde gedauert.

Rovinj

Heute gibt es eine Autobahnfahrt – die Landstraße bietet sich einfach nicht an und würde mehr als doppelt so lang brauchen. So sind wir bald schon an unserem Übernachtungsplatz, einem schmucklosen Mehrzweckplatz außerhalb von Rovinj. Ein toller Service von Rovinj übrigens, in Dubrovnik, Split, Makarska und Zadar gab es das nicht, noch dazu für wirklich kleines Geld.

Wir kaufen erstmal ein wenig ein und satteln dann die Roller und machen uns auf dem Weg in die Stadt.

Rovinj ist wirklich niedlich und wir streifen durch die Gassen und genießen jeden Aus- und Einblick. Rovinj bietet, was wir in Zadar vergeblich gesucht haben. Auch die Menschen sind freundlicher, wir fühlen uns direkt wohl.

Die örtliche Blaskapelle spielt auch

Und wir sitzen draußen, trinken leckeres, schauen Menschen, essen später sehr lecker zu Abend, bevor die Rollies uns wieder nach hause bringen. Ein schöner Tag.

Für die Übernachtung haben wir 10€ bezahlt, ein wirklich reeller Preis.

Für die 132km haben wir knapp zwei Stunden gebraucht, eine der schnellsten Etappen seit langem 😉