Talamone

Das Meer ruft, und von unserem Frühstücksplatz in 500m Höhe aus kann man es schon sehen:

Also runter, wie üblich mit Serpentinen ohne Ende

Und dann sind wir da:

Fonteblonda, so heißt der Ort an der Bucht, ist Kitesurfer-Region, es ist windig ohne Ende, aber für heute sind wir mehr als zufrieden mit gucken,  nach Talamone laufen (der Ort auf dem Bild oben) und die Aussicht bewundern. Man sieht sogar Elba, eine Insel, die wir beide nicht auf der Rechnung hatten. Lecker Eis und tolle Sicht aufs Meer, was will mensch mehr?

Abends denken wir, wir schauen einmal Fonteblonda an, und, naja, das ist ein Ort, der mich an meine Kindheit erinnert: alles ein bisschen verschlafen, alles ein bisschen wie damals, und da fallen wir fremden deutschen Frauen auf wie bunte Hündinnen…

Wir waren im kleinen Lebensmittelladen, ein echtes Erlebnis, ein bisschen wie in meiner Kindheit…zwei Omis schmeißen den Laden, es gibt keine abgepackte Wurst, Kekse kann man stückweise kaufen…wirklich ein Erlebnis.

Seggiano und Scansano

Heute gab’s nochmal richtig Bergdröhnng. Ein letztes mal Zypressen und Pinien gucken, ein letztes mal malerische Burgen und romantische Dörflein auf Bergkuppen. Langt jetzt auch einfach, irgendwie. Der Bedarf an Serpentinen ist auch endgültig gedeckt, siehe Karte unten.

Was aber richtig klasse war, war der Skulpturenpark von Daniel Spörri in Seggiano. So etwas hatten wir noch nie gesehen, wirklich eine tolle Anlage, wo man sich im Verlauf einer längeren Wanderung über 100 Kunstwerke erlaufen kann.

Schließlich stehen wir das letzte mal auf einem Agriturismo in den Bergen. Morgen geht’s an’s Meer.

Grandioser Blick vom Stellplatz

Podere Cocco

Am Bad von Freischneiderlärm geweckt, suchten wir bald das Weite und fanden es – traumhafte Toscana-Panoramen, stundenlang.

Buonconvento. Die Spinne links oben im Bild begleitet uns übrigens schon seit dem Gardasee…

Ziel sollte heute ein Agriturismo sein, und nachdem wir zuerst dem Navi geglaubt hatten, das uns an einem unbefahrbaren Weg scheitern ließ, kamen wir dann mit Hilfe gesunden Menschenverstands doch noch ans Ziel – und das Ziel lohnt sich wirklich. Ein unglaublich idyllisches Fleckchen Erde, ganz still und voller wunderbarer Natur. Lecker Essen gab’s auch und natürlich haben wir Wein gekauft.

Unser Stellplatz

Arezzo und Rapolano Terme

Weiter geht’s, den Spuren des Womo-Reiseführers folgend, nach Arezzo. Nachdem wir von Poppi geflasht sind, finden wir es größer, voller aber nicht unbedingt interessanter. Für einen Stadtrundgang und leckere Lebensmittel haben wir aber doch Lust gehabt, an Käse und Nudel könnten wir uns ohnehin totkaufen.

Campingplatzidylle

Dann weiter nach Rapolano Terme in die Terme San Giovanni. Wenn man sich an den Schwefelgeruch nach faulen Eiern erst einmal gewöhnt hat, ist es wirklich sehr, sehr schön, die Knutschquote ist hoch und Haut und Gelenke freuen sich. Todmüde plumpsen wir ins Wohnmobil. Und bei einem anschließenden Gang mit dem Hund klärt sich auch die Frage, wo ddas ganze schwefelige Wasser eigentlich bleibt.

Eins der Außenbecken
Beim Spaziergang gefunden: der Auslauf

Poppi

Weiter geht’s im schon genannten Buch, ganze 50km nach Poppi. Zunächst besuchen wir die Pieva di Romena, eine schlichte Kirche aus dem 12. Jahrundert, die einer Bruderschaft gehört, seit Jahrhunderten. Eine sehr aktive religiöse Gemeinschaft wie mir scheinen will, und eine sehr eindrucksvolle Kirche, ganz alleine auf dem Berg.

Pieve di Romena

Dann nach Poppi, eine unfassbar hübsche alte Stadt, auf einem Hügel gelegen, mit derart vielen Fotomotiven, dass man schlicht alles fotografieren kann. Dazu lecker essen und überhaupt. Völlig erschlagen von den Eindrücken machen wir heute erst einmal gar nichts mehr.

Poppi von weitem

 

Die Durchfahrt reicht gerade eben so

 

Poppi

Am nächsten Morgen gibt es heftigen Regen, der fast den ganzen Tag anhält. Während Livorno und Pisa in Überschwemmungen ertrinken, regnet es bei uns “nur” so sehr, dass ein reißender Bach an unseren Reifen vorbeifließt und es zur Küchenentlüftung hereintropft. Also Plan geändert, heute Lese- und Faulenztag. Ist ja auch mal fein. Abends raffen wir uns immerhin noch auf einen Drink nach Poppi auf.

Stia

Heute sollte es weiter gehen. Das Badewetter war eh am umschlagen, und irgendwann hat mensch sich auch sattgesehen. Ziel ist die Toskana, wir haben das passende Buch aus dem Womo-Verlag an Bord und wollen ein kleines Stück daraus er-fahren. Es geht also nach Stia, gut 300km Weg, daher nehmen wir die Autobahn. Insofern gibt es über die ersten 250km der Strecke wenig zu erzählen. Autobahn fahren in Italien ist kostengünstig, problemlos und mensch kommt gut voran. In Mugello verlassen wir die A1, um uns dann in vielen Serpentinen bis auf 1000m Höhe zu schrauben – dass Italien ausgeprägte Mittelgebirge hat, war uns bisher irgendwie entgangen. Am Ziel angekommen erwartete uns ein italienisches Sädtchen, in dem die Zeit stehen geblieben scheint – fast, denn was wir am Abend in einem Lokal zu essen bekamen, in einem kleinen Lokal, von jungen Leuten aufgezogen, hielt jedem Vergleich stand. Ein gelungener Tag!

Interessante Sachen gibt es im Supermarkt in Borgo San Lorenzo
Über die Berge
Das Zentrum von Stia