Catania
Von Noto ist es nur etwa eine Stunde zu fahren, so sind wir am frühen Nachmittag noch im Hellen auf unserer Base für die nächsten Tage. Der Platz ist sehr speziell – nicht nur, weil er wirklich direkt an der Autobahn liegt und nicht gerade leise ist. Das Gelände ist eigentlich eine Event-Location und Giuseppe, der Besitzer, ist selber Camper und hatte die Idee, hier einen Stellplatz einzurichten, sehr speziell und komplett eingezäunt und mit einem Rolltor gesichert – im Kriminilatitäts-Schwerpunkt von Sizilien eine beruhigende Tatsache.
Wir stehen hier 300m über dem Meer – das Hinterland von Catania ist bergig.





Giuseppe kommuniziert quasi rund um die Uhr per Whatsapp mit uns und bietet uns für alles und jedes seine Hilfe an. Um die Batterie will er sich gerne kümmern, er habe auf seinen Reisen nach Deutschland auch viel Hilfe bekommen sagt er. Und er fährt uns in die Stadt, zum Shuttle-Bus, wovon wir am 2. Tag gern Gebrauch machen, Catania gucken.
An der Piazza Roma steigen wir aus dem Shuttle-Bus, erste Station ist der Giardino Bellini, eine grüne Oase – und voll! Alles, was Beine hat, scheint unterwegs zu sein. Vincenzo Bellini ist in Catania allgegenwärtig, man ist bis heute sehr stolz auf den berühmten Sohn der Stadt.
Unerwartetes Highlight ist der Blick auf den schneebedeckten Ätna, der gerade vorgestern ausgebrochen ist, ein sehr beeindruckender Anblick.








Weiter geht’s zur Piazza Stesicoro, wo die einfach mal ein halbes Amphitheater mitten auf dem Platz haben




Dann rein in die engere Innenstadt. Es ist unfassbar voll, und irgendwie ist auch noch Weihnachtsmarkt. Natürlich haben die meisten Geschäfte auch geöffnet am Sonntag. Die Leute sind herausgeputzt, viele scheinen im Gottesdienst gewesen zu sein oder noch hinzuwollen, irgendwie ist immer irgendwo gerade Gottesdienst in einer der vielen Kirchen.

































Wir verlassen die Barockzone, unter der Eisenbahn hindurch. Catania wird ja von der Bahnline durchschnitten. Die geht über weite Strecken direkt am Meer entlang, daher gibt es keine wirkliche Promenade und der Hafen ist ein hässliches Viereck für Fährschiffe. Man kann halt nicht alles haben.
Wir schlendern durch einen Flohmarkt und vorbei am Fischmarkt in die deutlich weniger belebte Esszone. Hier gibt es Arancini con Ragù, noch so eine sizilianische Delikatesse, die wir von den Montalbano-Filmen kennen, die wir fleißig schauen, weil sie alle in der Region gedreht wurden.
















Solchermaßen gestärkt geht es zurück in die Innenstadt. Nächstes Ziel ist das griechische Amphitheater. Eineinhalb mehr oder weniger komplett erhaltene Amphitheater mitten in der Stadt, und das so gut versteckt, dass wir sie beinahe übersehen hätten.






























So, noch ein bisschen durch die Stadt, einen niedlichen kleinen Weihnachtsmarkt finden wir auch noch und kaufen teuren, leckeren Likör.






















Zeit für den Heimweg, uns tun die Füße weh. Leider ist der Busverkehr wegen des Weihnachtsmarkts ein bisschen unübersichtlich, wie man an Tickets kommt ist auch ein bisschen ungewohnt (gibt es nicht im Bus sondern am Kiosk), und wann der Bus wirklich kommt weiß niemand. Wir halten es wie die ItalienerInnen und üben uns in Geduld. Irgendwann kommt tatsächlich ein Bus, und irgendwann holt uns Giuseppe am P+R wieder ab, alles wird gut.


Am Montag fahren wir den Camper reparieren und nach Acireale, das ist in einem separaten Beitrag.
Den 30. machen wir uns einen faulen Tag, gestern war anstrengend genug und Silvester wird es vermutlich auch. Auch am 31. passiert wenig, und weil es eh regnet, trinken wir Tee, essen Kekse und machen noch ein paar Jahresabschlussarbeiten. Und wir bestaunen, wie wenig draußen passiert, immerhin sind doch zwei große Silvesterparties mit mehreren hundert TeilnehmerInnen geplant.

Wir machen lange Mittagschlaf, essen gemütlich Raclette vor, waschen ab, aber auch um 21:30 ist immer noch nicht gerade viel los.



Gegen 22:15 gehen wir los, es ist irgendwie immer noch leer. Erst gegen 23:00 tut sich was. Aber was wir uns vorgestellt haben, nämlich eine Silvesterfeier, das gibt es nicht, nur ein Disco, die zufällig am 31.12. ist. Hätten nicht ein paar Leute geböllert, wäre der Jahreswechsel gar nicht aufgefallen. Wegen strömendem Regen können wir auch nicht vor die Tür. Und zu trinken gibt es erst gar nichts, und dann ist die Schlange so lang, dass wir frustriert aufgeben. Ein Glück haben wir genug in Womie. Nun ja, auch mal eine Erfahrung. Zu gucken gab es jedenfalls genug, das war ziemlich spannend.




Und so kommt es, dass wir in Womie den Rest der Nacht verbringen und Chartshows gucken.
Auch der erste Januar verläuft konventionell: Anne schläft den Kater aus, Andrea guckt Skispringen.

Nun haben wir fertig, die Feiertage sind rum. Auf geht’s, woanders hin.
